Einführung Hefte 1943 - Maria-Valtorta und ihre Verbindug zu Gott

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Einführung Hefte 1943

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Vorwort
(von David G. Murray für die englische Ausgabe)

Am Karfreitag, dem 23. April 1943, erhielt Maria Valtorta das erste einer Reihe von «Diktaten», die sie vor allem Christus, aber auch gele­gentlich Gott Vater, dem Heiligen Geist, der Jungfrau Maria und anderen Personen zuschrieb, die an der Göttlichen Offenbarung teil­haben. Diese Diktate ziehen sich über mehrere Jahre hin, die ihr im Wesentlichen während des Zeitraums erteilt wurden, in welchem sie auf Einladung Christi die Hauptepisoden des göttlichen Erlöserlebens betrachtete und niederschrieb.
 
Diese neue Phase ihrer menschlichen und vor allem ihrer geistlichen Entwicklung trat nicht abrupt auf; ihr gingen Jahre einer fortschrei­tenden Vereinigung mit Christus voraus, die in einem Akt der Selbst­aufopferung gipfelten, mit dem Maria Valtorta sich als «Opferseele» angeboten hatte, die am Werk der Erlösung mitwirken wollte.
 
Mit einer schweren, sich fortschreitend verschlimmernden Krank­heit ans Bett gefesselt, praktisch von jedem normalen gesellschaft­lichen Leben abgeschnitten und von ihrer Umgebung allgemein unverstanden, entfaltete sie sich unter der beständigen Inspiration und wurde Autorin umfangreicher Schriften; sie behauptete jedoch bis zum Ende, dass der Inhalt der «Diktate» oder Offenbarungen nicht Frucht ihrer eigenen literarischen Schöpfung, sondern dass sie nur das gehorsame Instrument in den Händen Gottes sei und niederschreibe, was sie höre und sehe.
 
Das Volumen und die Quellen, denen sie ihre Produktion zuschreibt, lassen diese zu einem außergewöhnlichen geistlichen Ereignis des (20.) Jahrhunderts werden, das aufmerksame Betrachtung verdient.
 
Maria Valtortas Gesamtwerk kennzeichnet sich durch eine intensive Wahrnehmung des «Katholischen», das heißt, der tiefen Bedeutung, in diesem historischen Moment katholischer Christ zu sein, darüber hinaus durch das lebhafte Bewußtsein des Christentums der zwanzig verflossenen Jahrhunderte sowie der kommenden Herausforderungen der Kirche und der ganzen Menschheit.

Die in diesem Band zusammengefaßten «Hefte» wurden alle im Jahr 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, niedergeschrieben (zwei wei­tere Bände sind italienisch herausgekommen, nämlich «Die Hefte des Jahres 1944» und «Die Hefte der Jahre 1945 bis 1950»). Sie spiegeln also das lebhafte und zuweilen herzzerreißende Bewußtsein der italie­nischen Verwicklung in das Kriegsgeschehen sowie das der mensch­lichen und geistlichen Verirrungen, die dazu geführt haben, in der Autorin wieder. Diese Not der Autorin stellt den Hintergrund für bestimmte Bemerkungen Christi zu Fragen des Machtmißbrauchs, der diabolischen Dimensionen des Krieges und des Verlusts des christ­lichen Glaubens in weiten Teilen der Bevölkerung dar. Zu Unrecht würde man jedoch den Kontext lediglich auf diese historische Periode eingrenzen, denn der Band enthält viele Passagen prophetischen Inhalts, die sich beispielsweise auf das drohende ökologische Ungleichgewicht, auf blutige Konflikte und den furchtbaren Kampf zwischen Gut und Böse beziehen, die nicht allein in der Apokalypse, sondern ebenso in Neuinterpretationen der Propheten des Alten Tes­taments enthalten sind. Der Band entrollt eine detaillierte Vision der Letzten Zeiten, besonders, was die Mission des Stellvertreters Christi auf Erden und aller überzeugten Christen betrifft, die das Leben und die Lehre des Erlösers überliefern und voll und ganz an seiner mensch­lichen und himmlischen Mission, an seinen Leiden und an seiner Ver­herrlichung teilnehmen sollen.
 
Eine beherrschende Note in den Texten ist das machtvolle Ineinan­derströmen der Aussagen Christi, mit denen Er seine Gottessohn­schaft und seine einzigartige Rolle in der Zeit und in der Ewigkeit hervorhebt, sowie die zarte Milde, mit denen Er die verstörten Seelen anspricht und sie durch die Demut Seines Opfers und ihre Mitwir­kung daran geduldig zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe zu erheben sucht. Immer wieder besteht Er auf der Wichtigkeit, alle Gläubigen — besonders aber die Priester, die für das Heil der Seelen Verantwortung tragen — von aller Unreinheit zu befreien. Sie sollen sich also selbst schuldig sein, Christus in ihrem Handeln ähnlich zu werden. Liebe und Leiden, in der tiefen Anbetung Christus verbun­den, sind die zwei Flügel, die unserer bescheidenen Menschlichkeit erlauben, uns zu der Vereinigung mit der Allerheiligsten Dreifaltigkeit hinaufzuschwingen.
 
 
Die Gottesmutter Maria ist in diesem Werk ebenfalls intensiv zuge­gen. Sie erteilt uns manchmal Unterweisungen und zieht uns über ihr Leben mit Jesus ins Vertrauen. Andere Male erlaubt sie uns, sie in ihrer Heiligkeit und ihrer übernatürlichen Mutterschaft zu betrachten.
 
Der Heilige Geist manifestiert sich knapp, aber eindringlich als die personhafte dynamische göttliche Liebe, die den Vater und den Sohn in einer einzigen Umarmung umfaßt und in der ganzen Schöpfung wirkt.
 
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Primat des «Geistes» in Bezug auf die «Seele» und den «Körper» im Aufbau des menschlichen Wesens, der Geist, der befähigt ist, am Leben der Gottheit teilzuhaben. Der Mensch muß hinieden das Recht des Geistes auf Heiligkeit, auf Got­tesbesitz, das der Erlöser uns ermöglicht hat, respektieren. Er muß alle­zeit gemäß dem übernatürlichen Streben des Geistes handeln. Wer das versäumt, den Geist zum Schweigen bringt und sich dessen Verlangen widersetzt, macht sich schuldig, ihn umzubringen und Gott und sich selbst der beiderseitigen Freude in der ewigen Seligkeit zu berauben.
 
«Die Hefte» gehören zu der wohlbekannten Kategorie mystischer Schriften, die in der katholischen Kirche «Individual- (Privat-) Offen­barungen» genannt werden. Dieser Offenbarungstyp verpflichtet den Glauben eines Christen nicht, ist jedoch wertvoll und dazu geeignet, die Seelen zu unterweisen und zu entflammen; die Seelen werden zu größerer Gottesliebe und zur Umsetzung der göttlichen Unterweisun­gen in ihrem täglichen Leben angehalten.
 
In dem Vertrauen, ja mehr noch in der Überzeugung, dass dieses Werk diese inspirierten Eigenschaften in überreichem Maße besitzt, möchten wir es in diesem Geiste dem Leser als geistliche Nahrung anbieten.
David G. Murray
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DIE DREI BÄNDE DER "HEFTE"

Einführung
Zu Beginn des Jahres 1943 war die seit neun Jahren bettlägerige Maria Valtorta von ihrem Seelenführer Pater Migliorini aufgefordert worden, ihre Lebenserinnerungen niederzuschreiben. Nach anfäng­lichem Zögern hatte sie zugestimmt. Im Bett sitzend, das Schreibheft auf ihren Knien (ihr ganzer Unterkörper war gelähmt), hatte sie in weniger als zwei Monaten in einem Zuge 761 Seiten gefüllt, auf denen sie ein beachtliches literarisches Talent bezeugte und zugleich ihre Seele in schrankenlosem Vertrauen öffnete.
Sie hatte sich gleichsam von ihrer Vergangenheit freigeschrieben, als sie die sieben handgeschriebenen Hefte ihrem Beichtvater anvertraute; in demselben Augenblick begann eine ihr schon bekannte Stimme ihrem Geist eine Seite göttlicher Weisheit zu diktieren; es war das Signal einer unvermuteten Wende. Das war am Karfreitag, dem 23. April 1943.
Maria (Valtorta) hatte darauf hin die getreue Marta ins Vertrauen gezogen und sie zu Pater Migliorini gesandt, der unverzüglich zu ihr kam und sie über den übernatürlichen Ursprung des "Diktats" beru­higte. Durch diese Billigung hatte er sie auf den Weg zu der erstaun­lichen Aktivität einer mystischen Schriftstellerin gewiesen.
Von da an schrieb sie jahrelang tagtäglich und füllte 122 Hefte, die sich den sieben der Autobiografie anschlossen.
* * *
Außer der Autobiografie, die in einem eigenen Band herausgegeben wurde, sind die Schriften des ersten Jahres in einem Band mit dem Titel DIE HEFTE DES JAHRES 1943 zusammengefasst. Es handelt sich vor allem um Unterweisungen und Lektionen für unsere Zeiten im Blick auf die Endzeiten; sie verweisen auf die göttlichen Gebote, die als der Ausdruck der göttlichen Liebe und der göttlichen Gerech­tigkeit erläutert werden. Weitgehend aus den Heiligen Schriften schöpfend (besonders aus den Propheten- und Weisheitsbüchern des Alten Testamentes und dem Buch der Apokalypse), entwickeln sie Themen der Lehre, feiern die Gestalt der Jungfrau Maria, bezeugen die Mission der "Opferseelen" und verdeutlichen die tägliche asketi­sche Erfahrung der Schriftstellerin, die auch himmlischer Erscheinun­gen gewürdigt wird.
Im Jahr darauf — 1944 — begann Maria Valtorta das große Werk über das Evangelium niederzuschreiben und musste zwei schmerzliche Erfahrungen durchlaufen: die vierzig Tage der Gottesverlassenheit sowie die acht Monate ihrer Evakuierung aus ihrem Hause wegen der Kriegsereignisse. Die Niederschriften dieses Jahres, mit Ausnahme der Kapitel des Hauptwerkes (Der Gottmensch) bilden den Inhalt des zwei­ten Bandes mit dem Titel DIE HEFTE DES JAHRES 1944. Außer Lektionen über Lehre und Spiritualität enthält er Episoden aus den Evangelien, Szenen über das Martyrium der ersten Christen, Fakten aus dem Leben heiliger Mystiker, Tagebuchseiten über das geistliche Leben und eine autobiografische Chronik sowie persönliche Instruk­tionen und Anweisungen.
Ab dem Jahr 1945 fuhr Maria Valtorta nicht nur fort, das Hauptwerk niederzuschreiben, das sie zu Ende brachte, und das in zehn Bänden unter dem Titel "L'Evangelo come mi i. stato rivelato" (Titel der deutschen Übersetzung: "Der Gottmensch'), herausgegeben wurde, sondern ver­faßte auch noch zwei weitere Werke: "Das Buch von Asarja" und die "Lektionen über den Brief des hl. Paulus an die Römer". Sie unterbrach jedoch während dessen nicht die übrigen Schriften, die zwar andere Themen behandelten, aber auf derselben geistlichen oder biblischen Matrix standen. Es sind weitere Lektionen zur Glaubenslehre, die zur Lebensführung oder zum Trost gewährt werden, und es sind auch per­sönliche Aufzeichnungen, die mitunter als Zeitgeschehen festgehalten werden (wie beispielsweise die Erscheinung der Jungfrau Maria in Tre Fontane in Rom). Mit der asketischen Erfahrung sind die Wiederfahr­nisse der ersten als Schreibmaschinenkopien verbreiteten Auszüge des Hauptwerkes über das Evangelium verknüpft, für die unter dem Titel "Randnotizen" umfassende und tiefgründige Erklärungen als Antwort auf verschiedene Kritiken und Einwände gegeben werden. Aus dem Jahre 1950 datiert schließlich ein Kommentar zu Teilen der Apokalypse. Alle diese übrigen Schriften sind in der chronologischen Reihenfolge ihrer Abfassung in dem letzten Band mit dem Titel DIE HEFTE DER JAHRE 1945-1950 zusammengefasst.
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Am 14. März 1897 von lombardischen Eltern in Caserta geboren, verstarb Maria Valtorta am 12. Oktober 1961 nach 27 und ein halb­jähriger Krankheit in Viareggio. Ihre Werke sind in viele Sprachen übersetzt und verbreiten sich in ununterbrochener Folge.
Die drei Bände der "HEFTE" enthalten die Schriften mit den tägli­chen Daten ihrer Abfassung und registrieren ab dem Jahr 1944 auch die zugleich erfolgte Abfassung der Kapitel des Hauptwerkes "Das Evangelium, wie es mir geoffenbart wurde" (deutsch: "Der Gottmensch"), des "Buches von Asarja" (*) und der "Lektionen über den Brief des Apostels Paulus an die Römer". Sie dokumentieren somit das vollständige schrift­stellerische Schaffen der Valtorta im Anschluss an ihre Autobiografie.
Der Herausgeber
* Bemerkung zum "Buch von Asarja" vom Ersteller dieser Homepage: Der Engel Asarja komentierte Maria Valtorta die Sonntags - Lesungen der Heiligen Messen vom 24. Februar 1946 bis 2. Februar 1947. Diese können im italienisch verfassten Buch "Libro di Azaria" nachgelesen werden.
 
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